The quest for the North West Passage...




Lord Franklin und ersteÜberland-expedition zweite letzte Erebus und Terror

Die Schiffe Erebus und Terror

Die Schiffe Erebus und Terror segelten am 19. Mai 1845 mit 134 Mann an Bord. Als die Schiffe Grönland erreichten, waren fünf Männer erkrankt und wurden nach Hause geschickt. Die Schiffe segelten nördlich durch Baffin Bay, dem Gewässer, das die Insel Baffin von Grönland trennte. Ein Walfischboot berichtete, daß die Erebus und Terror am 25. Juni 1845 an einem Eisberg verankert gesichtet wurden. Das sollte der letzte Augenzeugenbericht über die Expedition sein.

Lord Franklin Aus dem Album Franklin's Travail


Man hatte gehofft, bereits 1846 Nachricht von der Expedition - vielleicht über Alaska - zu erhalten. Die größten Optimisten erwarteten, daß die Schiffe die nordwestliche Passe durchfahren und ihren Bericht von der Beringstraße, die Alaska von Rußland trennt, machen würden. Jedoch wurde weder 1846 noch 1847 auch nur ein Wort vernommen. Die Admiralität blieb unbesorgt. Es war nicht ungewöhnlich, daß eine arktische Expedition mehrere Jahre lang ausblieb. John Ross und seine Expedition sahen sich 1829 gezwungen, vier Winter in der Arktis zu verbringen. Dann war er wunderbarerweise zurückgekehrt und hatte nur drei Männer verloren. Das Beispiel der Ross-Expedition diente dazu, die Besorgnisse über Franklins Rückkehr vielerorts in der Admiralität einzuschläfern. Bei Ross selbst stellten sich jedoch anfangs 1847 Bedenken ein. Es war äußerst wichtig, die Expedition noch diesen Sommer zu finden, argumentierte er. Sein Rat blieb fast ein Jahr lang unbeachtet. Erst Anfang 1848 begannen behördliche Bedenken an die Öffentlichkeit zu gelangen. Im März 1848 bot die Admiralität eine Belohnung von 20 000 Pfund für Franklins Rettung. Die Suche sollte sowohl zu See als auch zu Land stattfinden. Eine Überlandexpedition sollte von der Mündung des Mackenzie River in östlicher Richtung die arktische Küste entlang suchen. Im Mai 1848 segelte James Clark Ross mit zwei großen Schiffen ab, in der Hoffnung, Franklins Route durch die Gewässer nordwestlich von Baffin Bay zu verfolgen. Dabei wurde vermutet, daß Ross weniger an der Suche nach Franklin als an der Entdeckung der nordwestlichen Passage interessiert war. Die Expeditionen von 1848 fanden weder die Passage noch eine Spur von Franklin. Von den Expeditionen selbst hörte man nichts, bis sie im November 1849 zurückkehrten. Sie berichteten, daß ihre Suche erfolglos gewesen war. Die Todesziffern im Zusammenhang mit Franklins Expedition nahmen zu. Während Ross keine Anzeichen von Franklin und seiner Besatzung fand, mußte er berichten, daß sechs seiner eigenen Männer auf der Suche ums Leben gekommen waren.

Im Jahre 1850 wurden sechs weitere Expeditionen ausgeschickt. Im August fand man auf der Insel Beechey die Grabstätten der drei Männer, die 1846 gestorben waren. Sie waren Mitglieder der Franklinpartie gewesen. Nun wußte man, daß Franklin durch Lancaster Sound und Barrow Strait gekommen ware, fand aber keine Hinweise, wohin er von dort aus gefahren war. Eins der Schiffe, die ihre Suche 1850 begannen, hieß Investigator und stand unter Befehl von Robert McClure. Anstatt nach Baffin Bay zu segeln, sollte McClure seine Suche im Westen beginnen, fuhr durch Beringstraße fahren und dann die Küste von Alaska durchforschen. Im Oktober 1850 entdeckte McCure die nordwestliche Passage, den flüchtigen Preis, dem bisher jedermann nachgejagt hatte. Die Nachricht von dieser Entdeckung erreichte London jedoch erst im Oktober 1853. Kurz danach gab die Admiralität offiziell bekannt, daß die Namen von Franklins Mannschaft aus ihren Listen gestrichen würden, d.h. die Marine erklärte diese Männer offiziell für tot und beabsichtigte, die Suche aufzugeben.

Erst 1854 kamen wir kliche Beweise für das Schicksal der Franklin- Expedition ans Tageslicht. John Rae, ein Arktisforscher der "Hudson's Bay Company," überwinterte auf der Halbinsel Boothia, nördlich von Hudson Bay. Im April 1854 hörte er von einem Eskimo über eine Partie von weißen Männern, die einige Jahre zuvor verhungert waren. Der Erzähler hatte sogar ein Mützenband, das er angeblich in der Nähe der Stelle, wo die Männer gestorben waren, gefunden hatte. Rae bestand nicht darauf, an diese Stelle geführt zu werden, jedoch setzte er eine Belohnung für Artefakten aus, die an dem vermutlichen Todesort gefunden wurden. Im Herbst begannen Eskimos, ihm Gegenstände zu bringen, die zweifellos von Franklins Expedition stammten. Raes Beweisführung war glaubhaft genug, und er konnte die Belohnung, die in der Zwischenzeit auf 10.000 Pfund reduziert worden war, vom Parlament einkassieren. Durch all diese Enttäuschungen hindurch drängte John Franklins zweite Frau, Lady Jane Franklin, das Parlament und die Marine ständig, die Suche fortzusetzen. Sie kaufte die Fox, ein kleines Dampfschiff, für 2.000 Pfund und heuerte Leopold M'Clintock als Kapitän an. Das sollte die letzte Bemühung sein, herauszufinden, was mit ihrem Mann geschehen war. Im Vergleich zu den 129 Mann in Franklins Partie waren nur 25 an Bord der Fox. Lady Jane Franklin wollte, daß M'Clintock in dem Gebiet um King William Island suchte, dem einzigen Gebiet, das nicht schon früher durchforscht worden war. Leopold M'Clintock war erst gegen Ende Juni 1857 abfahrtsbereit, zu spät im Jahr, um ein Festfrieren im Wintereis zu vermeiden. Im April 1858 begann das Eis, das ihn gefangenhielt, zu tauen. Jedoch dauerte es bis Juli, ehe eine Route so hoch im Norden genügend offen war, daß er King William Island erreichen konnte. Obwohl es schien, daß Eisblöcke fast alle Wege für M'Clintock versperrten, fand er doch im September einen Ort auf der Nordseite der Halbinsel Boothia, nicht weit von seinem beabsichtigten Ziel, wo er Anker legen konnte. Als M'Clintock im Februar 1859 südwärts die Küste von Boothia entlang segelte, traf er auf einige Eskimos. Einer trug einen Marineknopf, und M'Clintock setzte eine Belohnung aus für alle überbliebenen Gegenstände, die ihm gebracht wurden. Die Eskimos brachten eine Anzahl und erzählten von einer Gruppe von weißen Männern, die einige Jahre zuvor auf einer Insel verhungert waren. Die Eskimos erinnerten sich auch an zwei Schiffe, von denen eins versank. Im Mai 1859 fand M'Clintock beim Durchforschen der Küste von King William Island ein menschliches Skelett. Aus den Kleidungsfetzen ergab sich ohne Zweifel, daß es das Skelett eines Matrosen war. In der Zwischenzeit erforschte Leutnant William Hobson gemäß M'Clintock's Befehl die nördliche Küste von King William Island. Während M'Clintock den südlichen Teil durchsuchte, fand Hobson eine Steinpyramide mit zwei Notizen auf einem einzigen Blatt Papier. Die erste vom 28. Mai 1847 zeigte an, daß die Expedition gut vonstatten ging und alles in Ordnung war. Nach der zweiten Notiz vom 27. April 1848 zu schließen, war Franklin jedoch einen Monat später, im Juni 1847, gestorben. Auf welche Weise er ums Leben kam, war nicht angegeben. Diese zweite Notiz enthielt jedoch andere unheilvolle Einzelheiten. Es gab vierundzwanzig Tote, und die Überlebenden hatten beschlossen, sich nach dem Süden zu wenden, in Richtung des Great Fish River. Es wurde auch gemeldet, daß die Erebus und Terror im September 1846 im Eis festgefroren waren und nicht ausbrechen konnten. Die Mitglieder der Franklin-Expedition waren den Strapazen einer Überlandreise nicht gewachsen. Beim Durchsuchen von King William Island fand M'Clintock weitere Anzeichen dafür. Franklins Rückzugspartie hatte einen Schlitten von 650 Pfund mit einem Flußboot von 700 Pfund zurückgelassen, außerdem alle Männer, die für die Reise zu schwach waren. Jedoch waren auch die, die den Weg fortsetzten, nicht stark genug, um die Reise nach dem Süden zu überleben und starben unterwegs. Damit war der Beweis für das Schicksal der Expedition gefunden, und M'Clintock segelte nach England zurück, wo er im September 1859 ankam. Die Suche nach der Expedition war zu Ende. Als M'Clintock begann, King William Island zu durchsuchen, waren viele Beweisstücke über die Expedition schon verschwunden. Jedoch die Gegenstände, die er fand, gaben ausreichende Auskunft darüber, wo die Expedition geendet hatte und wie die meisten ihrer Teilnehmer ums Leben gekommen waren. Daraus folgte, daß anscheinend in den meisten Fällen Krankheit, insbesondere Skorbut, die Todesursache war. Auch kann Bleivergiftung von Lötmitteln in den Lebensmitteldosen dabei eine Rolle gespielt haben. Die traditionelle Methode, Fleisch mit Salz haltbar zu machen, zerstörte einen großen Teil des darin enthaltenen Vitamins C, und die tägliche Ration von Zitronensaft reichte nicht aus, Skorbut in der Arktis erfolgreich zu bekämpfen. Im frischen Fleisch von erjagten Tieren, oder von den Eskimos dieses Gebietes gekauft, wären die nötigen Vitamine enthalten gewesen. Jedoch sahen die Teilnehmer an der Expedition zu ihrem eigenen Verhängnis sowohl auf die Überlebensmethoden der Eingeborenen als auch die Nahrungsmittel, mit deren Hilfe die Eskimos überlebten, herab. Der Mangel an Vitamin C führte zu Skorbut und diese Krankheit, der die Mannschaften von Arktisexpeditionen oft auf lange Zeit ausgesetzt waren, endete daher tödlich. Auf vielen Arktisreisen vergingen die schlimmsten Skorbutsymptome erst im zweiten Jahr. Die Franklin-Expedition lebte fast ausschließlich von Salzfleisch und war gezwungen, länger in der Arktis zu bleiben, als gesundheitlich tragbar war. Sobald dieser Punkt einmal erreicht war, begannen die Männer der Besatzung einer nach dem andern zu sterben. Im Jahre 1829 hatte Ross vier Winter in der Arktis überlebt, doch hatte er die Diät der Eskimos angenommen und sich auf einheimische Jäger für seine Fleischversorgung verlassen. Ironischerweise hatte die Ross-Expedition in demselben Gebiet überlebt, das der Franklin-Partie später zum Verhängnis wurde - das Land um die Halbinsel Boothia und King William Island.



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